Glücklich im Beruf oder: Wenn ich groß bin dann werde ich…?

Blogartikel zur Berufsfindung von Beraterin Christina Zehetner im Familie & Fachkräfte Blog

von Christina Zehetner I 30.06.2018

Die Berufsfindung aus der Kinderperspektive

Kinder sind sehr unverkrampft und spontan in ihren Ideen und Wünschen. Wenn ich an meine Tochter denke, wollte sie in jungen Jahren unbedingt Taucherin werden. Sie schaffte es aber mit ihren drei Jahren gerade mal für zwei Sekunden, ihr Näschen ins Wasser zu stecken – und dabei hatte sie auf derselbigen noch eine riesige Taucherbrille sitzen. Trotzdem rief sie freudig: „Mama, schau wie gut ich tauchen kann“. Als sie dann wirklich tauchen konnte, verflüchtigte sich dieser Berufswunsch sehr schnell. Sie wollte dann im Alter von sechs Jahren mit ihren zwei Freunden zusammen Forscherin und Entdeckerin werden. Als ich sie fragte was sie denn so entdecken wolle später, schaute sie mich mit ihren großen Kinderaugen ganz entrüstet an und meinte: „Mama, das weiß ich doch noch nicht vorher, sonst wäre es ja schon entdeckt“. Tja, so geballter kindlicher Logik müssen wir halt einfach passen.

Letztes Jahr stand nun singen hoch im Kurs. Bevorzugt in Englisch. Dabei hatte meine Tochter damals erst drei Wochen Englisch in der Schule. Das schien sie aber nicht im geringsten zu stören. Als ich meine Tochter fragte, ob sie denn nun Sängerin werden wolle, meinte sie sehr überzeugt zu mir: „Mama, ich will nicht Sängerin werden. Ich bin schon Sängerin.“ Manchmal sollten wir uns vom kindlichem Optimismus einfach eine Scheibe abschneiden.

Jetzt bin ich groß, was bin ich geworden?

Wie geht es dir als erwachsene Person mit deiner aktuellen beruflichen Situation? Bist du zufrieden? Denkst du manchmal an die Zeit zurück als du klein warst? Was hast du dir gewünscht? Wer hat dich beeindruckt oder sogar beeinflusst? Wovon kannst du heute noch zehren? Wo lagen früher deine Stärken und Schwerpunkte? Was hast du gerne gemacht? Wobei warst du glücklich? Wo steckst du heute vielleicht fest? Es rentiert sich in jedem Lebensalter den eigenen Beruf noch einmal zu reflektieren. Wäge positive und negative Seiten ab. Überlege, wie zufrieden du in den einzelnen Bereichen bist und in welchen du vielleicht etwas verändern möchtest. Denke darüber nach, wieviel Spielraum du in finanzieller oder auch familiärer Sicht für eine Veränderung hast. Wenn du zu dem Ergebnis kommst, dass du eigentlich ganz zufrieden bist, dann lasse am besten alles so wie es ist. Das ist doch auch einmal schön in dieser schnelllebigen Welt.

Lasse deiner Phantasie freien Lauf

Wenn du mal wieder genervt bist von deiner Chef:in, deinem Team oder deiner gesamten Abteilung, dann stelle dir doch einfach vor, dass alle zusammen im Dschungelcamp wären. Ja, das ist doch ein guter Ansatz. Niemand sieht sich das Dschungelcamp im Fernseher an, aber jeder weiß, wer drin war. Mache dir Gedanken, wer von deiner Abteilung im Camp welchen Platz einnehmen würde. Wer wäre der Außenseiter? Wen schickst du täglich und mit Freude in die Dschungelprüfung? Wen wählst du raus und wer holt die meisten Sterne bei den Ekelprüfungen? Wer wird zu deinem Verbündeten, welchen Platz hast du selbst im Camp und welchen würdest du gerne einnehmen?

Es kann wirklich sehr erheiternd sein, die Gedanken wandern zu lassen und das alles mit einem schönen Nebeneffekt. Die Phantasiereise rückt Positionen gerade, verändert Machtverhältnisse, stärkt dein Selbstbewusstsein und du musst dafür noch nicht einmal bis nach Australien fliegen. Der Mensch ist nicht nur, was er isst. Der Mensch ist auch, was er denkt!! Unser Denken beeinflusst uns, deshalb rücke bitte auch für dich alles ins rechte Licht, nämlich bevorzugt in ein positives! Bewerte und überprüfe die Vorkommnisse an deinem Arbeitsplatz auch einmal reflektiert und mit einem Quäntchen Humor. Falls aber wirklich gar nichts mehr zu retten ist, dann hilft vielleicht nur noch der befreiende Satz: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Du hast ja schließlich auch nur ein (Arbeits)leben und deine beste Zeit ist nicht irgendwann, sondern jetzt!

LockerMach-Tipp:

Nicht jedes Hobby kann oder muss zum Beruf gemacht werden und nicht jeder Beruf ist Hobby. Aber zu ernst sollte man die ganze Veranstaltung auch nicht nehmen. Es gibt auch noch ein Leben vor, nach und manchmal sogar während der Arbeit. Darauf solltest du in  jedem Fall hinarbeiten!

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