Wie war das doch gleich mit der Work Life Balance für Familien?

Wie war das doch gleich mit der Work Life Balance für Familien?

Familien- und Berufsleben light gibt es nur im Märchen

Ja, so stellen wir uns das doch eigentlich vor. Die glückselige Familie in Verbindung mit einem allzeit erfüllten Berufsleben. Entspannte Mütter und Väter, die nach einem erfolgreichen Arbeitstag noch möglichst intensive Quality time mit ihren Kindern nutzen und spätabends top gestylt mit einem lauschigen Candlelight-Dinner ihre Partnerschaft zum Leuchten bringen. Harmonische Haushaltsaufteilung und funktionierende Vereinbarkeit von Familie und Beruf natürlich mit inbegriffen.

Hohe Ansprüche und ein großes Aufgabenfeld für Eltern

Wenden wir uns nun der Realität zu. Der Anspruch und das Aufgabenfeld von berufstägigen Eltern in der heutigen Zeit ist sehr groß. Mütter und Väter möchten es richtig und gut machen. Für ihre Kinder liebevolle Eltern sein und im Job das Beste geben, hat meist oberste Priorität. Daneben wird noch schnell der Haushalt gewuppt, trotzende Kinder beruhigt, die Wäsche gewaschen, Feste gefeiert, sich um die eigenen Eltern gekümmert, der Rasen gemäht, der Papierkram erledigt, die Kinder zu ihren Freizeitbeschäftigungen gefahren und Kontakt zu anderen Eltern gehalten. Wenn dann noch ein kränkelndes Kind, der Ausfall der Betreuungseinrichtung oder ein neues, wichtiges Projekt dazwischen grätschen, steigt der Stresspegel in ungeahnte Höhen und die ohnehin sehr wackelige Work Life Balance gerät stark ins Wanken. Sofern sie in der Realität überhaupt vorhanden ist. Denn die Pflege der eigenen Partnerschaft, Sport zu machen oder mal wieder Freunde zu treffen ist in diesem vollen Familien- und Berufsalltag noch gar nicht enthalten.

Familie und Arbeit ausbalancieren

Wie ist es für Eltern nun möglich, dieser Stressspirale zu entkommen um eine gesunde, ausgewogene Balance zu schaffen? Wie so oft im Leben, gibt es auch hier leider kein Patentrezept. Dazu sind die einzelnen Familien- und auch Berufs- und Vereinbarkeitsmodelle einfach viel zu unterschiedlich. Trotzdem gibt es Tipps und Anregungen, wie Mütter und Väter eine gute Struktur sowie Zeit und Ausgleich für sich selbst finden können. Denn ein gutes Gleichgewicht von Familie und Beruf zu finden erhöht die Lebensqualität für alle Beteiligten enorm.

Auf der Suche nach Gleichgewicht

Mütter und Väter sollten ihre Suche nach Gleichgewicht auf jeden Fall zuallererst bei sich selbst beginnen. Denn nur wenn es Eltern gut geht – äußerlich wie innerlich-, können sie sich auch entsprechend um ihre Kinder und den Beruf kümmern und mit Freude und Elan den Alltag bewältigen. Ein einfaches Beispiel aus der Biologie verdeutlicht das: unser Skelettsystem wird von der Wirbelsäule getragen. Wenn wir diese stärken und die Muskeln aufbauen, wirkt sich das auf den gesamten Körper und unser Wohlbefinden positiv aus. Eltern sind die Stütze und das Zentrum der Familien und gleichzeitig die arbeitenden Säulen vieler Firmen. Deshalb sollte die Sorge um sich selbst auf keinen Fall vergessen werden, auch wenn der Fokus im Alltag auf den Kindern liegt.

Ein gesundes Maß zu finden ist der Weg zum Ziel

Es geht vor allem darum, für sich selbst und die eigene Familie ein gesundes Maß zu finden. Um das zu erreichen, könnten sich Mütter und Väter zum Beispiel folgende Fragen stellen: Bin ich im Moment zufrieden mit meinem Leben? Mag ich meine Arbeit? Fühle ich mich zuhause wohl? Was möchte ich gerne wieder einmal machen? Wie viel Zeit habe ich für meine Beziehung? Wo sehe ich mich in einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren? Sich mit den eigenen Wünschen, Träumen, aber auch Enttäuschungen und Grenzen zu beschäftigen, hilft auf jeden Fall um dem eigenen, vielleicht eingerosteten Familien- und Berufsalltag langfristig neuen Schwung zu verleihen. Daneben gibt es unzählige Ratgeber und Kurse zu den Themen Zeit- und Stressmanagement und manchmal helfen vielleicht auch ein paar Stunden Coaching. Eigentlich ist es auch egal, mit welchen Strategien Eltern arbeiten möchten. Das wichtigste ist den eigenen, individuellen Familienrhythmus zu finden und zu leben. Es gibt viele Wege ans Ziel, wichtig ist erst einmal loszugehen.

Das ist doch alles nur eine Phase

Familienleben passiert in Phasen, in Übergängen und Zeitfenstern. Was heute anstrengend ist, weil der Kleine seinen ersten Zahn bekommt und die Große das vierte Schuljahr meistert, sieht in einem Jahr schon wieder ganz anders aus. Eltern brauchen daher auch vor allem Geduld, ganz, ganz viel Geduld und das Wissen, dass das Familien- und Berufsleben nicht starr ist im Verlauf. Die Dinge ändern sich und die Zeit tut das ihrige dazu. Natürlich denkt man sich das nicht, wenn man frühmorgens um zwei mit einem kreischenden Baby im Arm und blutunterlaufenen Augen im Halbschlaf singend durch die Wohnung schleicht. Daher sollte man die angepriesene Work Life Balance auch nicht überbewerten. In manchen Phasen des Familienlebens ist es vielleicht auch einfach nicht möglich, einen hundertprozentigen Ausgleich zu schaffen. An manchen Tagen möchte man einfach nur überleben und schlafen, ganz, ganz viel schlafen und das sollte man dann auch tun.

Locker-Mach-Tipp

„The key to keeping your balance
is knowing when you’ve lost ist.“
(anonym)

Glücklich im Beruf oder: Wenn ich groß bin dann werde ich…?

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Die Berufsfindung aus der Kinderperspektive

Kinder sind sehr unverkrampft und spontan in ihren Ideen und Wünschen. Wenn ich an meine Tochter denke, wollte sie in jungen Jahren unbedingt Taucherin werden. Sie schaffte es aber mit ihren drei Jahren gerade mal für zwei Sekunden, ihr Näschen ins Wasser zu stecken – und dabei hatte sie auf derselbigen noch eine riesige Taucherbrille sitzen. Trotzdem rief sie freudig: „Mama, schau wie gut ich tauchen kann“. Als sie dann wirklich tauchen konnte, verflüchtigte sich dieser Berufswunsch sehr schnell. Sie wollte dann im Alter von sechs Jahren mit ihren zwei Freunden zusammen Forscherin und Entdeckerin werden. Als ich sie fragte was sie denn so entdecken wolle später, schaute sie mich mit ihren großen Kinderaugen ganz entrüstet an und meinte: „Mama, das weiß ich doch noch nicht vorher, sonst wäre es ja schon entdeckt“. Tja, gegen kindliche Logik müssen wir halt einfach passen.

Letztes Jahr stand nun singen hoch im Kurs. Bevorzugt in Englisch. Dabei hatte meine Tochter damals erst drei Wochen Englisch in der Schule. Das schien sie aber nicht im geringsten zu stören. Als ich meine Tochter fragte, ob sie denn nun Sängerin werden wolle, meinte sie sehr überzeugt zu mir: „Mama, ich will nicht Sängerin werden. Ich bin schon Sängerin.“ Manchmal sollten wir uns vom kindlichem Optimismus einfach eine Scheibe abschneiden.

Jetzt bin ich groß, was bin ich geworden?

Wie geht es Ihnen als erwachsene Person mit Ihrer aktuellen beruflichen Situation? Sind Sie zufrieden? Denken Sie doch mal an die Zeit zurück als Sie klein waren. Was haben Sie sich gewünscht? Von wem ließen Sie sich beindrucken oder sogar beeinflussen? Was können Sie heute noch davon nutzen? Wo lagen früher Ihre Stärken und Schwerpunkte? Was haben Sie gerne gemacht? Wobei waren Sie glücklich? Wo stecken Sie heute vielleicht fest? Es rentiert sich in jedem Lebensalter den eigenen Beruf noch einmal zu reflektieren. Wägen Sie positive und negative Seiten ab. Überlegen Sie wie zufrieden Sie in den einzelnen Bereichen sind und in welchen Sie vielleicht etwas verändern wollen. Denken Sie darüber nach, wieviel Spielraum Sie in finanzieller oder auch familiärer Sicht für eine Veränderung haben. Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Sie eigentlich ganz zufrieden sind, dann lassen Sie am besten alles so wie es ist. Das ist doch auch einmal schön in dieser schnelllebigen Welt.

Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf

Wenn sie mal wieder genervt sind von ihrem Chef, ihrem Team oder ihrer gesamten Abteilung dann stellen sie sich doch einfach vor, dass sie alle zusammen im Dschungelcamp wären. Ja, das ist doch ein guter Ansatz. Niemand sieht sich das Dschungelcamp im Fernseher an, aber jeder weiß wer drin war. Machen Sie sich Gedanken wer von Ihrer Abteilung im Camp welchen Platz einnehmen würde. Wer wäre der Außenseiter? Wen schicken Sie täglich und mit Freude in die Dschungelprüfung? Wen wählen Sie raus und wer holt die meisten Sterne bei den Ekelprüfungen? Welchen Platz haben Sie selbst im Camp und welchen würden Sie gerne einnehmen?

Es kann wirklich sehr erheiternd sein, die Gedanken wandern zu lassen und das mit einem schönen Nebeneffekt. Die Phantasiereise rückt Positionen gerade, verändert Machtverhältnisse, stärkt ihr Selbstbewusstsein und Sie müssen dafür noch nicht einmal bis nach Australien fliegen. Der Mensch ist nicht nur, was er isst. Der Mensch ist auch, was er denkt!! Unser Denken beeinflusst uns, deshalb rücken Sie bitte alles ins rechte Licht. Nämlich bevorzugt in ein positives und bewerten Sie Vorkommnisse in der Arbeit auch einmal reflektiert und mit einem Quäntchen Humor.

LockerMach-Tipp:

Nicht jedes Hobby kann oder muss zum Beruf gemacht werden und nicht jeder Beruf ist Hobby. Aber zu ernst sollte man die ganze Veranstaltung auch nicht nehmen. Es gibt auch noch ein Leben vor, nach und manchmal sogar während der Arbeit. Darauf sollten Sie in jedem Fall hinarbeiten!