Glücklich im Beruf oder: Wenn ich groß bin dann werde ich…?

Glücklich im Beruf oder: Wenn ich groß bin dann werde ich…?

Die Berufsfindung aus der Kinderperspektive

Kinder sind sehr unverkrampft und spontan in ihren Ideen und Wünschen. Wenn ich an meine Tochter denke, wollte sie in jungen Jahren unbedingt Taucherin werden. Sie schaffte es aber mit ihren drei Jahren gerade mal für zwei Sekunden, ihr Näschen ins Wasser zu stecken – und dabei hatte sie auf derselbigen noch eine riesige Taucherbrille sitzen. Trotzdem rief sie freudig: „Mama, schau wie gut ich tauchen kann“. Als sie dann wirklich tauchen konnte, verflüchtigte sich dieser Berufswunsch sehr schnell. Sie wollte dann im Alter von sechs Jahren mit ihren zwei Freunden zusammen Forscherin und Entdeckerin werden. Als ich sie fragte was sie denn so entdecken wolle später, schaute sie mich mit ihren großen Kinderaugen ganz entrüstet an und meinte: „Mama, das weiß ich doch noch nicht vorher, sonst wäre es ja schon entdeckt“. Tja, gegen kindliche Logik müssen wir halt einfach passen.

Letztes Jahr stand nun singen hoch im Kurs. Bevorzugt in Englisch. Dabei hatte meine Tochter damals erst drei Wochen Englisch in der Schule. Das schien sie aber nicht im geringsten zu stören. Als ich meine Tochter fragte, ob sie denn nun Sängerin werden wolle, meinte sie sehr überzeugt zu mir: „Mama, ich will nicht Sängerin werden. Ich bin schon Sängerin.“ Manchmal sollten wir uns vom kindlichem Optimismus einfach eine Scheibe abschneiden.

Jetzt bin ich groß, was bin ich geworden?

Wie geht es Ihnen als erwachsene Person mit Ihrer aktuellen beruflichen Situation? Sind Sie zufrieden? Denken Sie doch mal an die Zeit zurück als Sie klein waren. Was haben Sie sich gewünscht? Von wem ließen Sie sich beindrucken oder sogar beeinflussen? Was können Sie heute noch davon nutzen? Wo lagen früher Ihre Stärken und Schwerpunkte? Was haben Sie gerne gemacht? Wobei waren Sie glücklich? Wo stecken Sie heute vielleicht fest? Es rentiert sich in jedem Lebensalter den eigenen Beruf noch einmal zu reflektieren. Wägen Sie positive und negative Seiten ab. Überlegen Sie wie zufrieden Sie in den einzelnen Bereichen sind und in welchen Sie vielleicht etwas verändern wollen. Denken Sie darüber nach, wieviel Spielraum Sie in finanzieller oder auch familiärer Sicht für eine Veränderung haben. Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Sie eigentlich ganz zufrieden sind, dann lassen Sie am besten alles so wie es ist. Das ist doch auch einmal schön in dieser schnelllebigen Welt.

Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf

Wenn sie mal wieder genervt sind von ihrem Chef, ihrem Team oder ihrer gesamten Abteilung dann stellen sie sich doch einfach vor, dass sie alle zusammen im Dschungelcamp wären. Ja, das ist doch ein guter Ansatz. Niemand sieht sich das Dschungelcamp im Fernseher an, aber jeder weiß wer drin war. Machen Sie sich Gedanken wer von Ihrer Abteilung im Camp welchen Platz einnehmen würde. Wer wäre der Außenseiter? Wen schicken Sie täglich und mit Freude in die Dschungelprüfung? Wen wählen Sie raus und wer holt die meisten Sterne bei den Ekelprüfungen? Welchen Platz haben Sie selbst im Camp und welchen würden Sie gerne einnehmen?

Es kann wirklich sehr erheiternd sein, die Gedanken wandern zu lassen und das mit einem schönen Nebeneffekt. Die Phantasiereise rückt Positionen gerade, verändert Machtverhältnisse, stärkt ihr Selbstbewusstsein und Sie müssen dafür noch nicht einmal bis nach Australien fliegen. Der Mensch ist nicht nur, was er isst. Der Mensch ist auch, was er denkt!! Unser Denken beeinflusst uns, deshalb rücken Sie bitte alles ins rechte Licht. Nämlich bevorzugt in ein positives und bewerten Sie Vorkommnisse in der Arbeit auch einmal reflektiert und mit einem Quäntchen Humor.

LockerMach-Tipp:

Nicht jedes Hobby kann oder muss zum Beruf gemacht werden und nicht jeder Beruf ist Hobby. Aber zu ernst sollte man die ganze Veranstaltung auch nicht nehmen. Es gibt auch noch ein Leben vor, nach und manchmal sogar während der Arbeit. Darauf sollten Sie in jedem Fall hinarbeiten!