Supermama Hanna Held: Heute im Möbelhaus

Supermama Hanna Held: Heute im Möbelhaus

Familienspaß im Möbelhaus oder: das nächste Mal bestellen wir online

Wir waren gestern im Möbelhaus. Ihr wisst vermutlich was jetzt kommt. Schon am Eingang schlugen sich die ersten Kleinkinder bzw. ihre Väter um den Einkaufswagen mit Plastikauto vorneweg. In der kleinen Bäckerei an der Ecke gab es gummiartige Brezeln und aus den Lautsprechern waberte schon Weihnachtsmusik. Wir mussten in die Esszimmerabteilung. Dort hechteten moderne, jungschicke Eltern hinter ihren Kindern her, die sich barfüßig über neue, ebenso moderne und spottbillige Couchgarnituren warfen. Teenies fläzten gelangweilt auf grellen Sitzsäcken und feilten sich die Nägel, während aus ihren Ohren dicke Bässe wummerten und sich ihre Eltern ums neue Küchenbüffet stritten. Im Selbstbedienungsrestaurant jonglierten ernährungsbewusste Familienmütter auf einem Miniteller meterhohe Salatberge. Die Dressings schwappten auf dem Weg zum holzeingelassenen Ecktisch über die Ränder. Kinder verschlangen Kinderportionen voll Spagetti und Pommes. Babys plärrten sich die Seele aus dem Leib, während ihre Mütter mit den großen Geschwistern gefühlte Stunden an der Toilette anstanden, nur um dort festzustellen, dass es kein Klopapier mehr gibt.

Eine Supermama gibt immer alles

Ich war schon nach einigen Metern fix und fertig. Das lagt evtl. auch daran, dass ich drei Jacken inkl. einer Tasche, nebst meiner Tochter an der Hand durch die Abteilung schleifte. Wir hatten den Kampf um das Plastikauto am Eingang verloren. Während Christoph gemütlich alleine schlenderte und die Augen schweifen ließ, kam ein überaus motivierter Verkäufer auf uns zu. Christoph unterhielt sich sofort angeregt mit ihm über das mögliche Design von Stuhlbeinen. Ich ließ mich ermattet auf eine sandfarbene Couch fallen. Dabei sah ich gerade noch aus den Augenwinkeln wie unsere kleine Marlene Schuhe und Socken auszog und mit ihren kleinen Füßchen in einen extra im Bistrobereich – zwischen Esszimmern und Küchen – angelegten Goldfischteich stieg. Ich sprang von meinem sandfarbenen Wunder auf, schubste den pseudo-gestylten Teilzeitverkaufsberater samt Christoph zur Seite und hechtete von null auf hundert in 1,4 Sekunden in den Bistro-Teich um meine Tochter vor dem Tod durch Ertrinken im Möbelhaus zu retten. Nur gut, dass ich mit sechs Jahren das Seepferdchen gemacht habe. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich das einmal im Möbelhaus brauchen würde.

Mit Kindern erlebt man sein blaues Wunder

Nach dieser Aktion meinerseits war Marlenchen zwar gerettet, aber inklusive mir patschnass. Der mäßig freundliche Möbelmensch ließ sich gerade noch dazu herab, uns ein Handtuch aus der Bäderabteilung zu bringen, dass dort bunt gemustert als Deko hing, während mein Mann nichts weiter tat als mit den Augen zu rollen. Vielen Dank auch! Bis gestern glaubte ich eigentlich noch, Marlene wäre auch sein Kind. Naja, wir mussten die Einkaufstour beenden, kauften Marlene in der Baby- und Kleinkindabteilung noch ein neues Kleidchen nebst Unterhose und Strumpfhose und begaben uns schweigend auf den Heimweg. Einzig Marlene brabbelte munter vor sich hin. Sie wünscht sich jetzt unbedingt ein Aquarium mit bunten Fischen zu Weihnachten. Hilfe!

Bleibt locker,
eure Supermama

Supermama Hanna Held: Heute im Familienurlaub

Supermama Hanna Held: Heute im Familienurlaub

Familienurlaub unter Palmen oder „Zuhause auf der Terrasse ist es doch auch ganz schön“

Marlenchen war drei Jahre alt, als wir einen zweiwöchigen Familienurlaub in Spanien buchten.
Wir suchten uns ein tolles Familienhotel heraus. Nicht einmal die Tatsache, dass sich Marlene schon auf dem Weg zum Flughafen übergeben musste – Autofahren ist einfach nicht ihr Ding – trübte unsere Urlaubsfreude.

Angekommen in der All-inklusive-Familien-Wohlfühloase wollte Marlene partout nicht in den Miniclub gehen. Basteln könne sie auch zuhause im Kindergarten, meinte sie zu uns. Sie wollte baden und sonst nix. Ein kluges Kind – meinten wir, obwohl Christoph und mir ein paar ruhige Stündchen ohne kindliche Pool-Strand-Sandbuddel-Action durchaus gut getan hätten.

All inclusive mit Familie hat seine Tücken

Ruhig war es allerdings selten in unserem Hotel. Schon morgens ging der Run auf das Frühstücksbuffet los und uns wurde ganz schwindelig vor lauter schreienden und laut gestikulierenden, hochmotivierten Müttern und Vätern. Es war eine zirkusreife Vorstellung, fünfzehn Pancakes inklusive überschwappendem Ahornsirup auf drei Tellern zu balancieren. Noch mutiger war es allerdings, gleichzeitig an der einen Hand zwei schreiende Kleinkinder und in der anderen Hand vier randvolle Saftgläser zu jonglieren. Nicht immer ging der Parcours zum Tisch gut aus für die Betroffenen. Zudem interessierte es Christoph nicht wirklich, ob klein Emma vom Nachbartisch den Fisch vom gestrigen Abendessen heute früh in der Windel hatte oder dass Gero vom Tisch gegenüber seine Schwester im Miniclub in den Schrank eingesperrt hatte. Die Tische standen im Frühstücksraum so eng beieinander und es war so laut, dass unweigerlich das Gefühl einer Bahnhofshalle entstand.

Wenn Mama im Urlaub von Antonio Banderas träumt

Ich versuchte mich von der Reizüberflutung abzulenken. Mit Antonio Banderas. Mit ihm hatte ich ein Date. Jeden Tag pünktlich um 11.00 Uhr. Naja, zumindest mit seinem Animationsdouble und leider auch nicht alleine. Antonio hieß eigentlich Harald, kam aus Kaiserlautern und machte im hoteleigenen Pool die Wassergymnastik. Das tolle Aussehen und den unglaublichen Body hatte er wohl von seiner spanischen Mutter geerbt. Den auffallenden Dialekt leider von seinem deutschen Vater. „Morrrscheee“ brüllte er uns aus pfälzischer Kehle vom Beckenrand aus an. Trotzdem. Wenn Antonio alias Harald die Wasserturnstunde gab, schwappte der Pool schier über von Ü-40jährigen weiblichen Sportbegeisterten – und ich mittendrin. Man gönnt sich ja sonst nichts. Antonio konnte mit seiner Brustmuskulatur sogar ein Lied von Lady Gaga begleiten. Ohne Witz. Kreislaufkollaps ich komme….

Kindermund tut Wahrheit kund

Marlenchen legte ihr Augenmerk derweil mehr auf die umliegenden braun gebruzzelten und mit Nussöl und Sonnenschutzfaktor 2 eingecremten älteren Urlaubsgäste. Als eine sehr verrunzelte, gebückte alte Dame am Pool an uns vorbeiging, meinte sie ganz ernst und mit wissendem Blick zu mir: „Mama, guck mal ein Oma-Affe“. Ich wäre am liebsten unter meine Liege gerutscht vor Scham. Zum Glück sprach die Dame kein Deutsch. Allerdings heißt es ja auch, Kindermund tut Wahrheit kund und wenn ich recht überlege, so ein bisschen Ähnlichkeit…

Auch Papas sollten mal entspannen

Christoph entspannte sich erst abends im Rahmen der Minidisco, zu der es Pina Colada in Pappbechern gab. Wenn schließlich das Abschlusslied zum Bett gehen einlud und die Gute-Nacht-Fee den Kindern auf der Showbühne imaginären Schlafsand ins Auge streute, war Christoph auf seinem Plastikstuhl nach dem dritten Billigcocktail meist schon eingenickt. Nix mit romantischem Abend. Die Supermama brachte dann Kind und Mann gemeinsam ins Bett.

Humorvoller Impuls für Eltern

Und wer von euch jetzt wissen möchte wie man im Urlaub wirklich entspannen kann? Das einfachste und billigste Mittel: Zuhause auf die Gartenliege legen und die Augen schließen, diese Erholung kann man meist am besten und am längsten genießen.

Bleibt locker
Eure Supermama

Supermama Hanna Held: Heute im Wochenendmodus

Supermama Hanna Held: Heute im Wochenendmodus

Ruhe im Kinderzimmer – besser mal nachsehen

Endlich Wochenende. Heute gibt es Kindererziehung light. Ich lasse die Zügel locker. Meine kleine Marlene spielt entspannt in ihrem Zimmer. Es ist nur so, wenn Marlene alleine in ihrem Zimmer spielt bin ich trotz Wochenendmodus selten entspannt. Denn meistens passiert dann irgendetwas furchtbar unentspanntes. Als Marlene mit eineinhalb Jahren in ihrem Zimmer spielte, habe ich sie dabei ertappt, wie sie mit unschuldigen Äuglein in ihrem Prinzessinnenzelt saß. Dabei hatte sie schon eine ganze Flasche Globuli D12 gegen Reiseübelkeit in sich hinein gestopft. Kügelchen für Kügelchen. Die Globulis standen unbeobachtet auf dem Küchenschrank, meine Freundin hat sie dort vergessen. Ich habe panisch den Giftnotruf gewählt und den diensthabenden Arzt angeschrien, er solle sofort kommen und die Kügelchen wieder aus meiner Tochter heraus holen, zur Not operativ.

Auch Supermamas sind nur Menschen

Der arme Medizinmann konnte mich kaum beruhigen. Erst nach fünfmaliger Wiederholung und Bestätigung eines zweiten Arztes, glaubte ich wirklich, dass Globuli mit einer Potenz von D12 keine Gefahr für Leib und Leben meiner Tochter darstellen. Das einzige, das meine Tochter davon tragen könnte, wäre wohl ein Zuckerschock meinten beide Ärzte einstimmig. Ich beobachte Marlenchen trotzdem mit Argusaugen und konnte mich kaum beruhigen, während sie nur still vor sich hinlächelte und durchs Zimmer tanzte. Doch ein Zuckerschock? Vielleicht sollte ich diesen mit ungezuckerten Dinkelstangen neutralisieren? Soviel zum Thema Supermama. Ich glaube ich brauche dringend ein Entspannungsseminar.

Gut, ich bin vielleicht ein bisschen übervorsichtig. Aber Marlene ist wirklich sehr neugierig. Als sie drei Jahre alt war und sie Besuch von ihrer Freundin hatte, war es auch ungewöhnlich ruhig in ihrem Zimmer. Wenn es um Kinder herum still wird, ist das eigentlich immer verdächtig. Immer. Als ich damals einen Blick ins Kinderzimmer wagte, knabberten Marlene und ihre Freundin gerade an meinen beiden Zierkürbissen, die ich als Herbstdeko auf dem Telefonschränkchen stehen hatte. Die Kerne hatten sie schon alle heraus gepult. Sie lagen als schlodderige Masse bereits auf dem Wohnzimmerboden verteilt. Marlene hatte bereits einen halben Kürbis aufgegessen. Damals rief ich nicht den Giftnotruf an. Ich bin mit Marlenchen und dem halb aufgegessenen Zierkürbis gleich zum Kinderarzt gefahren. Alles halb so schlimm. Am nächsten Tag hatte Marlene Spaß daran, die vielen Kürbiskerne zu zählen. Sie hatte verstanden, wie Verdauung funktioniert.

Humorvoller Impuls für Eltern

Alles hat also einen tieferen Sinn. Manchmal muss man nur länger danach suchen, zur Not auch auf der Toilette. Kinder sind da ja furchtbar flexibel und entdeckungsfreudig. Unterschätzt daher nie, aber auch nie die Kreativität und Phantasie eurer Kinder – und wenn es zu still wird um euch herum, schaut besser mal nach.

Bleibt locker
Eure Supermama

Supermama Hanna Held: Heute in der Küche

Supermama Hanna Held: Heute in der Küche

Wer schon früh kocht, kocht am besten

Heute könnte ich meinen Lieben mal etwas Leckeres kochen. Ich koche wirklich sehr gerne und gut und das jeden Tag. Ich bin praktisch zum Kochen geboren. Nein, Quatsch. Das stimmt gar nicht. Ich habe das Kochen nie richtig gelernt. Leider habe ich meine Studienzeit mit Fertigpackungen Nudeln, Pommes und Chips überlebt. Erst dank Marlenchen, meiner kleinen Tochter, habe ich die Nase in Baby- und Kinderkochbücher gesteckt. Aber nachdem mein Mann Christoph meinte, er würde ausziehen, wenn er noch einmal abends ein Gurkenkrokodil oder Brote mit Gesichtern essen müsse, habe ich mich auch an Erwachsenengerichten probiert.

Allerdings mit überschaubarem Erfolg. Aber als Supermama gebe ich mir wirklich Mühe. Ich weiß halt nur nicht ob man das ganze, das ich da allabendlich veranstalte auch Kochen nennen kann. Nicht dass ich jetzt falsch verstanden werde. Ich finde es ganz toll, wenn man kochen kann. Ich meine so richtig kochen. Darunter versteht man sicher deutlich mehr, als Buttergemüse aus dem Tiefkühlfach aufzutauen und es mit ebenfalls aufgetautem und im Ofen gebackenem Fisch und Nudeln zu servieren. Nicht, dass es meinen Lieben nicht schmecken würde. Es fällt halt nur nicht unter den Begriff kochen.

Wenn Supermamas kochen

Unter Kochen verstehe ich im übertragenen Sinne: den Fisch selbst zu fangen, mit einem Hammer zu erschlagen, am hauseigenen Brunnen auszunehmen, ihn danach mit Gewürz- und Kräutergedöns zu füllen und ihn entspannt in einer feinen Salzlake ins fachmännisch wohl temperierte Ofenrohr zu schieben. Dazu kredenzt man Petersilienkartöffelchen, die entweder der rührselige Kartoffel-Bauer Karl oder der schüchterne Schweine-Bauer Rudi erst unmittelbar aus der bio-gedüngten Erde gezogen hat. Davor hat er sich noch schnell im Privatfernsehen sein Frauchen geangelt. Mit eigenen Händen. Meine Kartöffelchen kommen meistens aus dem Discounter. Hier hat man die Wahl zwischen Kartoffeln ohne Erdklumpen aus Ägypten oder erdklumpigen Mini-Schusser-Kartoffeln aus sonst woher. Die Kartoffeln waren im Vorfeld so lange unterwegs, dass sie meist schon auf dem Weg nach Hause im Auto austreiben. Aber ich schweife ab. Die Frage ist: Was koche ich heute? Zur Not gibt es halt doch noch einmal ein paar Brote mit Gesichtern drauf.

Humorvoller Impuls für Eltern

Haltet eure Kinder nicht aus der Küche fern und bezieht sie schon früh mit ein. Kinder lieben es, ihren Eltern beim Kochen und Backen zu helfen. Gemeinsam macht es doch gleich viel mehr Spaß. Ältere Grundschulkinder können mit ein bisschen Übung auf jeden Fall schon einige kleine Gerichte selbstständig zubereiten und sind meist sehr stolz darauf. Unterstützt eure Kinder beim Lernen in der Küche und schwingt gemeinsam den Kochlöffel. Spätestens in der Pubertät kommt euch die Selbstständigkeit eurer Kinder wieder zugute. Denkt daran: auch eure Kinder werden euch später einmal zum Essen einladen.

Bleibt locker
Eure Supermama